Intensivtherapeutisches Angebot

Gemeinsam sind wir besser

Unsere Ausrichtung

Bei diesem Angebot werden Mütter ab 14 Jahren mit Kindern unter 6 Jahren, die Unterstützung und Orientierung bei der Versorgung, Erziehung und Entwicklung ihrer Kinder bedürfen, stationär aufgenommen. Die Verweildauer beträgt wenigstens ein Jahr und richtet sich an den Bedarfen der Mütter und Kinder aus. 

Das Angebot bedeutet eine Intensivphase, in der Mütter eine Zugang zu ihrer neuen Mutterrolle finden und erproben sollen und Weichen in ihrer Lebensausrichtung stellen können. Mit dem Eintreten von Kindern in das Leben, geschehen oft viele Dinge gleichzeitig. Die Bindung zur Herkunftsfamilie wird beleuchtet und mit den Müttern wird überprüft, inwieweit diese für ihren weiteren Lebensweg relevant ist und ggf. aufgearbeitet werden muss. Die neue Rolle mit vielen Anforderungen muss erprobt werden und Partnerschaften stehen auf dem Prüfstein. 

Die sozialpädagogischen Unterstützungsangebote der Fachkräfte in der Mutter-Kind-Einrichtung befähigen die Mütter, ihrer Elternrolle bewusst einzunehmen und verantwortlich für sich und das Kind handeln zu lernen. Die Beratung, Unterstützung bzw. Betreuung von Schwangeren/ Müttern und eine gezielte Förderung sowie der Schutz der Kinder sind ausgerichtet an dem lebenspraktischen Alltag von Eltern mit Kindern. 

Die Arbeit mit allen wichtigen Bezugspersonen von Mutter und Kind ist das spezifische Merkmal unseres Mutter-Kind Hauses. 

Nach der Intensivphase in der Mutter-Kind-Einrichtung haben die Mütter die Möglichkeit, in einer stationär begleiteten Verselbständigungsphase den Alltag mit seinen Herausforderungen mit ihrem Kind gemeinsam zu erproben. Sie erfahren dabei alle notwendige Unterstützung und werden motiviert, ihr verantwortliches Handeln für sich und ihr Kind auszubauen. 

Rechtliche Grundlagen

§§ 19, 27, 34, 36, 41 SGB VIII und § 53 SGB XII

Besonderheiten des Angebotes

Väter und Angehörige haben die Möglichkeit, sich an der individuellen Ausgestaltung der Hilfen zu beteiligen.

Elternsysteme werden besonders angesprochen, indem die Lebenspartner, mit und ohne Behinderung oder sonstiger zusätzlicher Beeinträchtigung, bei der Erfüllung ihres Pflege- und Erziehungsauftrages personelle Hilfen erfahren. Je nach Art der Problemlagen, Barrieren und Einschränkungen, mit denen die Eltern leben, können diese Unterstützungsbedarfe unterschiedlich sein. Sie benötigen möglicherweise Unterstützung bei Behördengängen und der Erledigung von Korrespondenzen bis zur Erziehungsberatung und Förderung der Kinder. Hinsichtlich des Hilfebedarfes ihrer Kinder bekommt die Zielgruppe auf persönlichen Wunsch für sich und die Kinder mehr Kontaktmöglichkeiten mit personeller Unterstützung bei Freizeitaktivitäten, Hilfen bei Schulaufgaben und im Haushalt sowie psychotherapeutische Unterstützung. Aufklärung und Information der Kinder in Bezug auf die Erkrankung der Eltern ist ggf. möglich. Dieses Angebot bildet das Wohl des Kindes als Leitprinzip ab und setzt damit gleichsam die Grenze der Selbstbestimmungsrechte der Eltern in Bezug auf die Erziehung ihrer Kinder. Durch ein erprobtes Assistenzmodell bieten wir ergänzend zum niederschwelligen Fachkraftangebot diejenigen individuellen Unterstützungshandlungen, die Mütter benötigen, um die elterliche Sorge - oder im Falle nicht sorgeberechtigter Elternteile - den Umgang mit den Kindern möglichst umfassend und selbstbestimmt ausüben zu können. Je nach Lebenslage, familiärer Situation und Art der Einschränkungen können sich die benötigten Unterstützungshandlungen bzgl. Inhalt, Umfang, Zeitpunkt und Zeitraum unterscheiden. 

Unser Angebot beinhaltet:

  • Eine ländliche Umgebung, in der die Mütter reizarm mit ihren Kindern Alltag leben können.
  • Zusammenarbeit mit Hebammen.
  • Einrichtungsinterne Kinderbetreuung, der es den Müttern ermöglicht, eine schulische oder berufliche Perspektive zu entwickeln.
  • Durch die Kooperation mit dem Integrationsunternehmen Servicehaus Stemwede gGmbH ist eine individuelle berufliche Perspektive auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt gegeben. Im Dienstleistungsbereich, Handel oder Handwerk haben die Mütter die Möglichkeit sich in verschiedenen Tätigkeiten zu erproben.
  • Die berufliche Perspektive kann durch Praktika deutlicher werden.
  • Eine Nachbetreuung ist in eigenen Wohnung möglich.
  • Zu den Schwerpunkten unserer Arbeit gehören die Stabilisierung und Stärkung der Familie. Die Arbeit ist systemisch und ressourcenorientiert ausgerichtet.

Fachliche und methodische Grundlagen

  • Multidisziplinäre Diagnostik und Fallarbeit unter Beteiligung von Psychologen und interner pädagogischer Fachkräfte.
  • Der Fokus wird auf ressourcenorientierte, flexible pädagogische Unterstützung in allen Lebensbereichen und auf nachhaltige Integration / Inklusion gesetzt.
  • Heilpädagogische Förderung und Annahmen von Mutter und Kind
  • Verantwortungsfördernde Pädagogik
  • Annehmende und konfrontierende Pädagogik
  • Pädagogischer Bezug mit Annehmen und Aushalten
  • Systemische Grundhaltungen
  • Wiederkehrende Reflektion
  • Einübende, selbständigkeitsfördernde Alltagsrituale, wie z.B. gemeinsames Kochen und Nähen
  • Permanente pädagogische Rufbereitschaft

Ihr Ansprechpartner für dieses Angebot

Annika Juber

05474 - 204280
a.juber@hp-kinderhaus.de

Haldemer Str. 24
32351 Stemwede